Metzger - Real Estate Advisory

Leitfaden
Baurevision

Ablauf · Prüfungsphasen · Nutzen für den Auftraggeber
Grundlage
BGB · HOAI · VOB/B, soweit vereinbart
Version
Stand: 14.07.2026
Herausgeber
Metzger - Real Estate Advisory

Die Baurevision dient der unabhängigen Prüfung von Bauprojekten auf Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und technische Qualität. Sie schafft Transparenz und eine fundierte Grundlage für fachliche und wirtschaftliche Entscheidungen. Dieser Leitfaden beschreibt einen typischen, an den konkreten Auftrag anzupassenden Ablauf in 7 Phasen. Er beginnt mit der gemeinsamen Auftrags- und Zieldefinition und reicht bis zur Nachverfolgung der Maßnahmen.

1
Vorbereitung
Auftrags- und Zieldefinition
Gemeinsames Gespräch zwischen Revisor und Auftraggeber

Kernpunkte des Gesprächs

  • Kontext & AuftraggeberFunktion, Organisation, Projektüberblick
  • Anlass & ProblemstellungWas hat zur Revision geführt? Auffälligkeiten, Risiken, Konflikte
  • Ziel & ErwartungWas soll die Revision leisten? Ergebniserwartung des Auftraggebers
  • Unterlagen & DatenlageWelche Dokumente liegen vor? Was fehlt noch?
  • Umfang & RahmenbedingungenLeistungsphasen, Gewerke, Zeitraum, Budget
  • AngebotsgrundlageHonorar, Zeitrahmen, Berichtspflichten, Vertraulichkeit
  • Prüf- & RevisionsberichtForm, Empfänger, Detailtiefe, Sprache

Nutzen für den Auftraggeber

  • Klare Erwartungshaltung wird dokumentiert
  • Prüfungsumfang und Abgrenzungen werden transparent dokumentiert
  • Nachvollziehbare Dokumentation der vereinbarten Beauftragung
  • Auftraggeber formuliert eigene Prioritäten
  • Erkenntnisse fließen direkt in den Revisionsbericht ein

Ergebnis

  • Unterzeichnete Auftrags- und Zieldefinition
  • Klärung offener Vorfragen
  • Freigabe für Beginn der Prüfung
Im Beratungsmandat: Auftragsgegenstand, Zielsetzung, Prüfungsumfang und Abgrenzungen werden gemeinsam erörtert und als Grundlage der weiteren Baurevision dokumentiert.
2
Vorbereitung
Planung der Prüfung
Interne Vorbereitung durch den Revisor und Anforderung der Unterlagen

Aufgaben des Revisors

  • Festlegen der Prüflisten je nach Revisionstyp
  • Bestimmen des Prüfungsansatzes (ex-ante / ex-post / ad-hoc)
  • Zusammenstellen der benötigten Unterlagen
  • Setzen von Fristen für die Unterlagenübergabe
  • Abstimmen von Terminen mit Beteiligten

Angeforderte Unterlagen (typisch)

  • Leistungsverzeichnisse & Ausschreibungsunterlagen
  • Hauptvertrag inkl. aller Nachträge
  • Protokolle (Bauleitungsbesprechungen, Abnahmen)
  • Rechnungen & Abschläge
  • Planunterlagen (aktueller Stand)
  • Gutachten, Prüfberichte, Genehmigungen
  • Schriftwechsel mit ausführenden Firmen
Nutzen für den Auftraggeber: Transparente Liste aller angeforderten Unterlagen. Über einen datenschutzgerecht ausgewählten und konfigurierten Upload-Dienst können Dokumente strukturiert bereitgestellt werden. Dadurch wird ein unorganisierter E-Mail-Versand vermieden.
Im Beratungsmandat: Der Unterlagenbedarf wird strukturiert zusammengestellt, mit dem Auftraggeber abgestimmt und fortlaufend nach Eingang, Prüfstatus und noch offenen Dokumenten nachgehalten.
3
Prüfung
Durchführung der Revision
Systematische Prüfung aller relevanten Bereiche

Prüfungshandlungen

  • Prüflisten abarbeitenSoll/Ist-Vergleich je Prüfpunkt
  • Unterlagen prüfenVollständigkeit, Richtigkeit, Plausibilität
  • Feststellungen erfassenSachverhalt, Schwere, Empfehlung
  • Fristen überwachenWas ist überfällig, was dringend?

Befragung von Beteiligten

  • Architekten & Fachplaner
  • Bauleitung & Projektsteuerer
  • Ausführende Firmen (bei Bedarf)
  • Auftraggeber-Vertreter

Prüfbereiche (typisch)

  • Projektmanagement & Vergabe
  • Planungsleistungen (HOAI LP 1 bis 9)
  • Bauausführung & Qualität
  • Nachtragsmanagement & Abrechnung
  • Abnahme & Gewährleistung
Im Beratungsmandat: Die vereinbarten Prüffelder werden systematisch untersucht. Festgestellte Abweichungen werden mit Sachverhalt, Bewertung, Priorität und Handlungsempfehlung dokumentiert.
4
Berichterstattung
Ausarbeitung des Revisionsberichts
Auftragsbezogene Dokumentation der vereinbarten Prüfungsergebnisse

Mögliche Gliederung, je nach Auftragsumfang

  • 00 Auftrags- und Zieldefinition
  • 01 Prüfungsgegenstand & Zielsetzung
  • 02 Kosten-, Termin- & Nachtragsübersicht
  • 03 Executive Summary (Managementebene)
  • 04 Risikomatrix & Gesamtübersicht
  • 05 Feststellungen, Detailbericht
  • 06 HOAI-Honorarprüfung
  • 07 Maßnahmenplan mit Fristen
  • 08 Gesamtbewertung & Empfehlungen
  • 09 Anlagenverzeichnis
  • 10 Schlussbestätigung & Unterschriften

Nutzen für den Auftraggeber

  • Auf den vereinbarten Prüfungsumfang zugeschnittene Darstellung
  • Transparente und nachvollziehbare Dokumentation wesentlicher Sachverhalte
  • Klare Unterscheidung zwischen Feststellungen, Bewertungen und Empfehlungen
  • Fundierte Grundlage für weitere fachliche und wirtschaftliche Entscheidungen
  • Abstimmung von Berichtsform, Detailtiefe und Empfängerkreis
Im Beratungsmandat: Art, Aufbau und Detailtiefe des Revisionsberichts richten sich nach dem vereinbarten Auftrag, dem Prüfungsumfang, der verfügbaren Datenlage und dem vorgesehenen Empfängerkreis.
5
Kommunikation
Gemeinsame Durchsprache
Revisionsbericht wird mit dem Auftraggeber besprochen

Inhalte der Durchsprache

  • Vorstellung der wichtigsten Feststellungen
  • Erklärung der Risikobewertung
  • Klärung von Rückfragen und Einwänden
  • Festlegen der Maßnahmenprioritäten
  • Bestimmen von Verantwortlichen und Fristen
  • Erste Rückmeldung des Auftraggebers

Nutzen für den Auftraggeber

  • Direkter fachlicher Dialog mit dem Revisor
  • Unklarheiten werden sofort geklärt
  • Auftraggeber kann Einwände einbringen
  • Alle Abstimmungen werden dokumentiert
  • Keine „Berichte in die Schublade”
Digitale Unterstützung: Das Kundenportal ermöglicht die strukturierte Rückmeldung des Auftraggebers zu jeder einzelnen Feststellung. Status, Kommentar und direkte E-Mail-Antwort an den Revisor werden dabei berücksichtigt.
Im Beratungsmandat: Die wesentlichen Feststellungen werden gemeinsam besprochen. Rückfragen, Einwände, Verantwortlichkeiten und vereinbarte Maßnahmen werden nachvollziehbar festgehalten.
6
Abschluss
Finalisierung und Versand
Finaler Bericht mit Freigabe und nachvollziehbarer Ablage

Abschlusshandlungen

  • Rückmeldungen des Auftraggebers einarbeiten
  • Bericht durch Revisor freigeben
  • Unterschriften einholen (Revisionsst. & Geschäftsführung)
  • Finalen Bericht als PDF versenden
  • Aktenzeichen, Datum und Versandweg dokumentieren
  • Nachvollziehbare Ablage der verwendeten Unterlagen

Ergebnis für den Auftraggeber

  • Formal freigegebener und unterzeichneter Revisionsbericht
  • Vollständiges Anlagenverzeichnis
  • Unterschriftenblock als Nachweis der Kenntnisnahme
  • Grundlage für die weitere fachliche oder rechtliche Bewertung
  • Als Dokumentationsgrundlage für Versicherungen und Sachverständige nutzbar
Im Beratungsmandat: Nach Berücksichtigung der abgestimmten Rückmeldungen wird der Bericht finalisiert, freigegeben und dem Auftraggeber in der vereinbarten Form übergeben.
7
Optional
Nachverfolgung der Maßnahmen
Begleitung des Auftraggebers bis zur vollständigen Abarbeitung

Leistungen in der Nachverfolgung

  • Übergabe der Prüfliste als Arbeitsmittel für den Auftraggeber
  • Regelmäßige Status-Updates über das Kundenportal
  • Auftraggeber meldet erledigte Maßnahmen mit Nachweis
  • Revisor bestätigt Erledigung nach Prüfung der Nachweise
  • Optionaler Abschlussbericht oder Abschlussvermerk nach vereinbarter Abarbeitung

Nutzen für den Auftraggeber

  • Der Revisionsbericht bleibt ein aktives Steuerungsinstrument
  • Kein „Ablegen und Vergessen”
  • Nachvollziehbare Dokumentation der Abarbeitung
  • Dokumentationsgrundlage gegenüber Versicherungen, Banken und Behörden
  • Strukturierte digitale Projektakte im vereinbarten Umfang
Der digitale Mehrwert: Die begleitende digitale Dokumentation ergänzt den klassischen Revisionsbericht um ein aktives Steuerungsinstrument. Dazu gehören strukturierte Kommunikation, nachvollziehbare Nachverfolgung und eine geordnete Projektakte im vereinbarten Umfang.
Im Beratungsmandat: Optional begleitet Metzger - Real Estate Advisory die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen, prüft vorgelegte Nachweise und dokumentiert den erreichten Bearbeitungsstand.
Hinweis zum Anwendungsbereich: Dieser Leitfaden beschreibt einen typischen organisatorischen Ablauf und stellt weder eine abschließende Leistungsbeschreibung noch eine Rechtsberatung dar. Der konkrete Prüfungsumfang, die anzuwendenden Vertrags- und Rechtsgrundlagen sowie Art und Umfang der Prüfung ergeben sich aus der jeweiligen Beauftragung. Technische, rechtliche, steuerliche und sonstige Fachfragen sind bei Bedarf durch entsprechend qualifizierte Fachleute zu beurteilen.